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Das Mutti

 

gemailt von Herry

Das Mutti

Meine geheimnisvolle Verwandlung vollzog sich an einem ganz normalen Montag, nachmittags 17.45 MEZ, von einer Minute auf die andere. Aus der Spezies "Frau" (w., besondere Kennzeichen: leichtsinnig, fröhlich bis albern, sinnlich, kapriziös, attraktiv, witzig mit einem Hang zum Luxus und zum schönen Phlegma) wurde die Gattung "das Mutti" (s., besondere Kennzeichen: bieder, belastbar, besorgt, ernsthaft, genügsam, nervös, 24 Stunden voll im Einsatz). Das Mutti ist streng geschlechtsneutral und kommt überall auf der Welt vor, gehäuft auf Kinderspielplätzen. Zu erkennen ist das Mutti an seiner bellenden oder schrillen Tonlage: "Stefan! Sofort runter da, sonst setzt es was!", und an einem rastlosen Betätigungsdrang (bevorzugte Tätigkeiten: stricken, Rotz abwischen, backe-backe-Kuchen machen, Mützen ab- und aufsetzen, Apfelsinen schälen, Fläschchen schütteln, Küsschen oder Kniffe verteilen). Sitzt das Mutti wider Erwarten mal ganz ruhig da, ist zumindest der Fuß in Bewegung: Der schaukelt den Kinderwagen. Das Mutti tritt niemals allein auf, sondern ist stets rudelweise von seinen Jungen umgeben. Sind diese noch klein, trägt das Mutti sie in einer textilen Ausbuchtung vor Bauch und Rücken geschnallt (ähnlich dem australischen Känguru, jedoch bewegt sich das Mutti nur selten hüpfend vorwärts). Wenn die Jungen größer sind und aufrecht gehen könne, übt es geduldig die Tätigkeit des "Spazierenstehens" aus. Während das Mutti-Junge sich im Matsch suhlt, jedes Steinchen auf seine Verwendbarkeit untersucht, Grashalme frisst oder tiefsinnig sein Spiegelbild in Pfützen betrachtet, bleibt das Mutti einfach stehen. So verbringt es einen Großteil seiner Zeit, in Kälte und Nässe ausharrend, stumm, schicksalsergeben.

Mutti ist Frau nicht von Geburt an, zum Mutti wird sie gemacht. Viele Frauen bezeichnen diese Vorgang als äußerst lustvoll, wahrscheinlich gibt es deshalb so viele Muttis in der Welt. Die wenigsten machen sich klar, was die Mutti-Metamorphose bedeutet. Auf jeden Fall ist es ein irreversibler Prozess: Einmal Mutti - immer Mutti. Was sich darin ausdrückt, dass manche "Vatis" (m., besondere Kennzeichen: oft aushäusig, meist paschamäßig auf Draht und windelmäßig unerfahren, auch - oder gerade - nach der Geburt der Jungen unentwegt um die begehrenswertere Spezies "Frau" herumbalzend) es fortan neutral "Mutti" nennen. Für die Aufzucht sind stets wir Muttis allein zuständig - eine Aufgabe, in der wir für den Rest unseres Lebens aufzugehen haben. Durchdrungen von der existentiellen Wichtigkeit des Brutpflegebetriebs, werden wir durch ständige Adrenalinausschüttung offensichtlich jahrelang zu Höchstleistungen angetrieben. Einem Mutti - und darin erweist sich die ausgesprochene Widerstandsfähigkeit dieser äußerlich schutzbedürftigen, innerlich aber erstaunlich zähen Gattung - macht es nichts aus, drei bis viermal pro Nacht das warme Nest zu verlassen, um die brüllenden Jungen mit Nahrung zu versorgen. Ein Mutti ödet es nicht an, täglich den immergleichen Brei zu bereiten und den immergleichen Spielplatz mit den immergleichen mit-Muttis aufzusuchen und dort die immergleichen Gespräche zu führen. Wer sich als Artfremder mit uns Muttis unterhalten will, fühlt sich binnen kurzem außen vor. Haben wir Muttis doch eine Art Geheimcode entwickelt, mit dem wir uns mühelos untereinander verständigen: Da wimmelt es plötzlich von Worten wie Strampelpeterfixies, Paidi, Peaudoux oder Oshkosh, es gibt Duplos, den Snuggli, den Schniedelwutz oder den Pipimann, die Tuttutbahn, das tatütata und das hoppehoppe, da schwirren so exotische Begriffe durch die Luft wie "abgartest", "Phimose", "Urvertrauen", "rechtsdrehender Joghurt" oder "Dreimonatskoliken". Kurz: Besonders Jung-Muttis, die sich in ihrem früheren Dasein als Frau profiliert haben, indem sie ihr Abi mit 1 und ihr Examen mit "cum laude" gemacht haben, machen in der Regel eine seltsame intellektuelle Regression durch. Wie alle Muttis dieser Welt verfallen sie in eine Art frühkindlicher Stammelsprache, deren Hauptbestandteil das Diminuitiv ist ("Will Dodolein jetzt Heiaheia machen? Aber erst kriegt Dodolein noch ein Küssilein..."). Die Muttimetamorphose ist in allen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Statt "Die Liebe in Zeiten der Cholera" liest das Mutti jetzt "Häschenschule", statt raffiniertem "Kaninchen in Senfsauce" bereitet es gesunden, salzlosen Blumenkohl, statt zu Kabarett geht es ins Kindertheater zu "Peterchens Mondfahrt". Und beim Shopping halten wir Muttis nicht etwa nach einem gepunkteten Rock für uns, sondern nach einer strapazierfähigen Latzhose für das Jüngste Ausschau, genügsam wie wir nun mal sind.

Am verblüffendsten aber ist die optische Verwandlung des Muttis. Knallenge Calvin-Kleinjeans, spitzenbesetzte BHs unter schimmernden Seidenblusen, verführerische Stöckel oder ausgeflippte 50er Klamotten - alles passe. Das Mutti, ewig mit Brei bekleckert und ewig in Zeitnot, hat sein farbenfrohes Kleid abgelegt, mit dem es einst Vati zur Balz aufforderte. Bequeme Jeans, Turnschuhe, einweites Sweatshirt - so etwa sieht der Einheitslook des mitteleuropäischen Mutti-Tiers aus - Verhaltensforscher sprechen inzwischen schon von einem deutlich ausgeprägten "Mimikri-Effekt": Je grauer und eintöniger der Alltag des Muttis zwischen Küche-Kacke-Kindergarten ist, desto grauer und einfallsloser kleidet es sich. Und Vati? Vati, der all das gewollt und verursacht hat? Vati schmollt. Er fühlt sich, zumindest im ersten Jahr, um all das betrogen, was ihm bis dahin lieb und teuer war: seine ungestörte Nachtruhe. Sein geregeltes Sexualleben. Seine spontanen, ausgedehnten Kneipentouren. Seine saubere, untadelig aufgeräumte Wohnung. Seine stets perfekt angezogene Vorzeigefrau. Seine Vorrangstellung im Herzen derselben. Statt dessen sitzt er da mit diesem völlig fremden Wesen, dem Mutti, und leidet unter dem sogenannten "Babyschock"-Symptome: nächtliche Schweißausbrüche bei der ersten lautstarken Unmutsäußerung des Babys, ein heftiges, langanhaltendes Gefühl der Unzulängllichkeit dem Mutti gegenüber ("Was zum Teufel ist teiladaptierte Milch...?) und das Ausgeliefertsein, das oft klaustrophobische Züge annimmt ("Hier komm ich nie mehr raus, das geht jetzt 20 Jahre lang so weiter), nie gekannte seelische Wechselbäder von unbändigem Stolz bis zu ohnmächtiger Wut. Unter dieser Schockeinwirkung - also im Stadium der Unzurechnungsfähigkeit - erliegen manche Väter gern der nächstbesten Versuchung, deren Name "Weib" ist, und trennen sich vom Mutti. Doch es nützt nicht. An einem x-beliebigen Mittwoch um 13.33 Uhr, ist es mal wieder so weit: Ein zarter Schrei - und aus einer Frau wird ein "Mutti"...

So war es und so sei es!

 

 

Mama´s 150 Klassiker-Sprüche

Wer von Euch (großen) Kindern hat diese Sprüche von seiner Mama wohl noch nicht gehört ...

(ICH KENNE ALLE !!!!!!!!!!!) *ggg*

  1. das hast du nun davon
  2. zieh die Schuhe aus
  3. wird Zeit, dass die Schule wieder losgeht
  4. wer nicht hören will, muss fühlen
  5. gleich setzt´s ´n paar
  6. komm du mir nach Hause
  7. aber komm mir nachher nicht an und ... jammer mir die Ohren voll
  8. ...sag, ich hätte dich nicht gewarnt
  9. kalt kochen kann man nicht
  10. das Essen wird kalt
  11. es wird gegessen, was auf den Tisch kommt
  12. mit dem Essen spielt man nicht
  13. woanders hungern die Kinder
  14. da waren die Augen wieder größer als der Mund
  15. Ellbogen vom Tisch
  16. benimm dich am Tisch
  17. jetzt stell dich nicht so an
  18. du bist doch nicht aus Zucker
  19. das habt ihr aber nicht von mir
  20. habt ihr das jemals von mir gehört
  21. jetzt räum doch mal endlich dein Zimmer auf
  22. du könntest auch mal wieder Staub wischen
  23. du könntest auch mal wieder den Papierkorb leeren
  24. ich bin doch nicht deine Putzfrau
  25. was sollen die Nachbarn denken
  26. nicht, solange ihr eure Füße unter meinen Tisch stellt
  27. abends nicht rein und morgens nicht raus
  28. du hast ja wohl ´n lütütüt
  29. du hast se ja wohl nicht mehr alle
  30. aber sonst geht's euch gut
  31. ich bin viel zu gutmütig
  32. nimm dir mal ein Beispiel an...
  33. bedank dich mal bei Oma
  34. das hätte ich früher mal wagen sollen
  35. treibt's nicht auf die Spitze
  36. euch geht's viel zu gut
  37. geh pfleglich mit deinen Sachen um
  38. da kannst du aber Gift drauf nehmen
  39. und ab die Post
  40. Mach die Musik leise
  41. ich zähl bis drei, dann...
  42. Bevor die Hausaufgaben nicht gemacht sind, gehst Du nicht aus dem Haus.
  43. Sitzt Du auf Deinen Ohren?
  44. Hör zu, wenn ich was sage.
  45. Setz Dich gescheit hin.
  46. Hör auf zu gnatschen.
  47. Mit vollem Mund spricht man nicht.
  48. Wenn Du nicht bald aufhörst...
  49. ...kriegst Du kein Taschengeld mehr
  50. das kannst du mit der Oma machen, aber nicht mit mir
  51. das Maß ist voll
  52. hast du die Zähne schon geputzt
  53. jetzt habe ich hier gerade alles geputzt...
  54. ab ins Bett
  55. keine Diskussion
  56. ich will jetzt nichts mehr hören
  57. Finger aus'm Mund
  58. sitz gerade
  59. was soll ich denn kochen
  60. Deck mal den Tisch
  61. Nimm Dir mal ein Beispiel an...
  62. Kostet ja alles nix
  63. Du musst ja viel Geld haben
  64. Komm nicht so spät nach Hause
  65. Ich hab nicht schlafen können
  66. Ich hab mir Sorgen gemacht
  67. Rufst Du an, wenn Du da bist?
  68. Lange schau ich mir das nicht mehr an
  69. Immer dasselbe
  70. Und was ist der Dank?
  71. Ich mach das auch nicht mehr!
  72. Ihr könnt mal wieder nicht gucken
  73. So, ich flitz mal schnell...
  74. So, hörst du?
  75. Ihr werdet auch mal älter
  76. Wie stellt ihr euch das eigentlich vor?
  77. Ihr seht das alles immer als selbstverständlich an
  78. Weil ihr das von klein auf so könnt
  79. Woanders müssen die Kinder viel mehr im Haushalt helfen
  80. Unsereins macht und tut alles für euch
  81. Das würde/könnte dir so passen
  82. Müsst ihr euch immer zanken
  83. Seid froh, dass ihr euch habt
  84. da liegt er gut (z.B. Schlüssel)
  85. ne ne, so ha'm wir nicht gewettet
  86. dann weht aber ein anderer Wind
  87. da werden wir noch ganz andere Seiten aufziehen
  88. willst Du mich auf den Arm nehmen
  89. Nimm ein Glas
  90. trink nicht aus der Flasche
  91. Wasch Dir die Finger
  92. Schau nach vorne
  93. guck, wo Du hinläufst
  94. Schmatz nicht
  95. Stopf nicht so
  96. Setz Dich hin und iss
  97. Iss langsam
  98. Wie sagt man?...Danke!
  99. Das heißt: Wie bitte?
  100. Lüg mich nicht an
  101. Schau mich an, wenn ich mit Dir rede
  102. Habt ihr Säcke vor den Türen?
  103. Lass die Tür nicht knallen
  104. Mach die Tür leise zu
  105. gib jetzt Ruhe
  106. Hampel nicht so rum
  107. Von selbst macht sich's nicht
  108. Schlürf nicht so
  109. Jetzt wird's mir langsam zu bunt
  110. Seid nicht so laut
  111. Da will ich jetzt nichts mehr hören
  112. wenn Du 18 bist...
  113. sag mal, wie alt bist du?
  114. wer hat dir das denn eingeredet
  115. da kannste Gift drauf nehmen
  116. ein bisschen Bewegung an der frischen Luft könnte dir nicht schaden
  117. so, jetzt ist Schluss
  118. ist das zuviel verlangt
  119. du hast se ja wohl nicht alle
  120. geh pfleglich mit deinen Sachen um
  121. Hör zu, wenn ich mit dir rede
  122. nach dem Sandmännchen geht's ins Bett
  123. wie siehst du denn aus
  124. Hemd in die Hose
  125. zieh dich warm an
  126. nimm ein Taschentuch
  127. iss, dass du groß und stark wirst
  128. geh zum Frisör
  129. streitet euch nicht
  130. wasch dir die Ohren
  131. so haben wir nicht gewettet, Freundchen
  132. 132. das kannst du dir später von deinem eigenen Geld kaufen
  133. dunkles Licht ist schlecht für die Augen
  134. trink nicht soviel (wenn du fährst)
  135. räum den Tisch ab
  136. mach die Schnürsenkel zu
  137. so hab ich das nicht hinterlassen
  138. wenn ich das mal bei euch machen würde
  139. iss den Teller leer
  140. Nachtisch gibt's erst, wenn du aufgegessen hast
  141. ich war auch mal jung
  142. ja seid ihr denn von allen guten Geistern verlassen
  143. jetzt nimm den Mund nicht so voll
  144. jetzt mach dein Bett
  145. Ellenbogen vom Tisch
  146. jetzt spiel nicht den Hampelmann
  147. dann hast du ja nachher keinen Hunger mehr
  148. so was kommt doch nicht so einfach weg
  149. seid ihr noch ganz bei Trost
  150. da hast du dich aber geschnitten

 

Mitternacht

  • 5 Minuten vor Mitternacht: Eine Treppe knarrt.
  • 4 Minuten vor Mitternacht: Der Vorhang bewegt sich, dann fällt ein Stuhl um.
  • 3 Minuten vor Mitternacht: Es quietscht eine Tür.
  • 2 Minuten vor Mitternacht: Klirrend zerschellt ein Blumenvase am Boden.
  • 1 Minute vor Mitternacht: Ein dunkler Schatten huscht die Wand entlang.
  • Mitternacht. Dong...dong...dong...
  • Eine piepsige Stimme ertönt: "Mamii, ich muss mal!"

 

Mutter in Action

Wenn ich jemals einen Geheimdienst gründen müsste, würde ich nur Mütter nehmen. Gegen eine Mutter, die ihrem Sohn nachstellt, ist James Bond ein Abziehbild und Mata-Hari eine Stümperin.
Eine Mutter braucht keine Waffen, keine Drogen, kein Agentennetz und keine Gewalt Sie braucht nur ihre Beobachtungsgabe, die schmutzige Wäsche ihres Sohnes, einen kleinen Hausputz und ein paar Telefonate.
Diese Erfahrung macht man spätestens, wenn man die ersten Geheimnisse vor einer Mutter zu verbergen sucht. Also in der Pubertät.

"Na Schatz, wie war es in der Schule? Und wer ist B.S.?"
"B.S.? Wer soll das sein?"
"Weiß nicht. Steht in deinem Deutschheft hinten drin. Ist es ein Mädchen?"
"B.S. ... das heißt ... das steht für 'Biostunde'. Und warum liest du überhaupt in meinem Deutschheft?"
"Ich habe einen Stift gesucht. So, 'Biostunde'. Ich dachte, es heißt vielleicht 'Bettina Seifert'"?
"Wie ... wie kommst du denn darauf?"
"Och, nur so. Weil du so ein Sexheft mit Bildern von nackten Frauen in dem Spalt zwischen deinem Schreibtisch und der Wand hast. Und Kondome im Portemonnaie. Und Barbaras Mutter sagt, Bettina Seifert hat schon Erfahrungen mit Jungs"?
"Du schnüffelst in meinen Sachen herum, während ich weg bin? Und du hast Barbaras Mutter erzählt, dass ich Kondome und einen Porno habe?"
"Ja. 'B. S.' hätte ja auch Barbara Schulz sein können. Und mit Barbara hast du ja schließlich auf der Klassenfahrt geknutscht. Sagt jedenfalls deine Klassenlehrerin."
"Was? Frau Schottmüller weiß auch alles?"
"Natürlich nicht. Ich will dich ja nicht blamieren. Ich hab' natürlich einen Vorwand benutzt."
"Gott sei Dank! Moment ... Mutter, welchen Vorwand?"
"Ich hab' ihr erzählt, dass ich Angst hätte, du würdest auf Jungs stehen. Da hat sie mir das mit dem Knutschen sofort erzählt. Clever, nicht."
"Ja, sehr clever! Barbaras Mutter denkt jetzt, ich bin ein Sexmaniac, und meine Klassenlehrerin, ich wäre schwul. Und wenn beide nur ein bisschen wie du sind, weiß es morgen die ganze Stadt. Und Bettina hält mich für pervers! Vielen Dank, Mutti?"
"Keine Angst, mein Engel. Mit Bettina hab' ich alles geklärt. Nettes Mädchen. Sie kommt gleich mit ihrer Mutter zum Kaffee vorbei."
"Was ... hast ... du ... Bettina ... erzählt???"
"Dass sie sich keine Sorgen wegen der Pornos machen muss. Ein Junge, der mit 15 noch ins Bett macht, hat mit S e x bestimmt noch nichts am Hut."
"..."

 

Mutter zu sein ändert alles!

Je mehr Kinder man hat, um so mehr verändert sich das eigene Verhalten. Hier sind ein paar Beispiele:
 
Deine Klamotten:
1. Kind. Du kaufst Umstandskleidung sobald der Test positiv ist.
2. Kind. Du trägst normale Sachen solange wie möglich.
3. Kind. Deine Umstandskleidung SIND deine "normalen" Sachen.
 
Geburtsvorbereitung:
1. Kind. Deine Atemübungen werden täglich geübt.
2. Kind. Keine Lust zu üben, da es eh nichts bringt.
3. Kind. Du fragst, ob du eine PDA haben darfst ab dem 8. Monat.
 
Kinderzimmer:
1. Kind. Alles wird vorher gewaschen, gebügelt, farbig sortiert, und sehr ordentlich in Babys Wickeltisch gelegt.
2. Kind. Du überprüfst ob alles sauber ist und nur die mit den dunkelsten Flecken werden weggeschmissen.
3. Kind. "Jungs können auch pink tragen, oder?"
 
Sorgen:
1. Kind. Beim ersten Anzeichen von Unwohlsein, Grimassen oder Pups, wird das Kind auf den Arm genommen.
2. Kind. Wird nur auf den Arm genommen, wenn du Angst hast, das Schreien könnte das 1. Kind aufwecken.
3. Kind Der 3jährigen wird gezeigt wie sie den Schaukelsitz anschubsen kann.
 

Zuhause:
1. Kind. Den ganzen Tag verbringst du damit das Kind anzusehen.
2. Kind. Du verbringst ein wenig Zeit täglich damit, zuzusehen, ob der Ältere das Baby kneift, beißt usw.
3. Kind Du verbringst ein wenig Zeit täglich damit, dich vor den Kindern zu verstecken.
 
Schnullies:
1. Kind. Falls er auf den Boden fällt, wird er aufgehoben und erst wieder gegeben, nachdem man zuhause ist und er sterilisiert worden ist.
2. Kind. Schnulli wird vom Boden aufgehoben und mit etwas Saft von der Flasche bespritzt oder abgeleckt.
3. Kind. Schnulli wird am Hemd einfach abgewischt und wieder in den Mund gesteckt.
 
Windeln:
1. Kind. Wird jede Std. gewechselt, ob nötig oder nicht.
2. Kind. Werden jede 2-3 Std. gewechselt, wenn nötig.
3. Kind. Wird gewechselt, bevor andere Leute anfangen über den Geruch zu meckern, oder wenn du merkst, dass es um die Knie hängt.
 
Frühförderung:
1. Kind. Geht zur Babymassage, Mutter und Baby Treff, Still Treff.
2. Kind. Mutter und Baby Treff.
3. Kind. Wird zum Einkaufen mitgenommen.
 
Babysitter:
1. Kind. Das erste Mal wenn du weg bist, rufst du jede Std. an, um zu fragen ob alles in Ordnung ist.
2. Kind. Eine Telefonnummer wird hinterlassen.
3. Kind. Dem Babysitter wird gesagt, sie soll NUR anrufen, wenn Blut zu sehen ist.
 
Geld geschluckt:
1. Kind. Wird sofort ins KH gebracht, am besten im Krankenwagen.
2. Kind. Du passt täglich auf, ob es wieder da ist.
3. Kind. Das Geld wird vom Taschengeld abgezogen

 

 

Eine kranke Frau und ihre  Männer

Meine beiden Männer liegen offenbar im Sterben.
Zumindest jammern sie so. Beide, der Kleine ist 14, der Große 40, liegen mit Fieber im Bett. Extrem hohe 38,6 °. Beide klagen über Kopf- und Gliederschmerzen. Das hält sie aber nicht davon ab, mich herumzuscheuchen.

„Ich brauche Tempotücher.“ – Die sind direkt neben dem Bett im Nachtschränkchen. Naja, stiefel ich halt die Treppe hoch und reich sie meinem Mann.

Kaum bin ich unten ertönt ein: „Mutti, ich habe Durst.“

Konnte er das nicht eine Minute früher sagen? Dann hätte ich mir den zweiten Aufstieg gespart.

Zurück in der Küche setze ich Wasser für eine Hühnerbrühe auf. Die hilft bei Erkältungen immer.

„Haben wir noch Grippetabletten?“, jammert eine Stimme aus der oberen Etage.

Ich schaue in den Medikamentenschrank. Es sind zwar noch welche vorhanden, aber fürs Wochenende werden sie nicht reichen.

Also stelle ich meinen Männern Getränke neben das Bett, verspreche, schnell zurück zu sein und fahre zur Apotheke.

„Die Grippe hat Sie ja voll erwischt. Sie sehen furchtbar aus. Legen Sie sich besser ins Bett“, meint die Apothekerin. Ich lächele sie nur schief an, zu mehr bin ich im Augenblick nicht fähig.

Dann noch in die Drogerie nebenan Taschentücher kaufen und schnell heim. Meine Männer warten.

„Machst Du mir mal was zum Inhalieren?“ Kaum habe ich die Haustür geöffnet, hat einer der Patienten neue Wünsche.

Wadenwickel, heiße Zitrone, Orangensaft einschütten, Kissen aufschlagen, Fieber messen, Medikamente verteilen – na ja, da komm ich wenigstens nicht dazu über meine Kopfschmerzen nachzudenken. Die werden immer schlimmer und schwindelig ist mir auch.

Zwischen Küche, Schlaf- und Kinderzimmer jage ich hin und her.

Einen Augenblick habe ich dann kurz an mich selbst gedacht und mir eine Grippetablette genommen und einen Kaffee eingeschüttet.

Der steht aber nach zwei Stunden immer noch neben der Spüle und ist mittlerweile kalt.

Neunzehn Uhr. Meine Füße tun weh, genauso wie mein Kopf und der übrige Körper.

Das Fieberthermometer zeigt 39,2° an. Also nicht so schlimm. Kam von alleine und wird von alleine gehen.

Die Türglocke klingelt. Meine Freundin steht strahlend vor mir. Mist. Wir wollten ins Kino. Hab ganz vergessen ihr abzusagen. Sie schüttelt nur den Kopf, als ich erkläre, dass meine Männer krank sind und ich sie pflegen muss. Sie meint, ich solle mich lieber selbst pflegen.

Dann geht sie wieder und meint, ich könne jetzt in Ruhe mein Mutter-Syndrom ausleben.

Die hat gut reden. Sie ist Single.

Noch einmal nach meinen Patienten gesehen – mein Kleiner ist schon wieder in der Lage mit dem Gameboy zu spielen, mein Mann hat aber noch immer diesen leidenden Gesichtsausdruck – und ich falle todmüde ins Bett.

Um 06:00 Uhr ist die Nacht vorbei.

Ich erwische meinen Sohn, wie er mit nackten Füßen zum Kühlschrank tapst. Müde ist er nicht mehr. Er hat ja den ganzen Tag im Bett gelegen.

Ich schicke ihn nach oben, damit er sich anziehen kann. Fieber hat er offenbar nicht mehr.

Mein Mann schnarcht laut vor sich hin. Seine Nase ist immer noch verstopft.

Im Badezimmer fällt mein Blick in den Spiegel.

Offenbar hab ich mich in der Nacht in einen Zombie verwandelt. Zumindest sieht das bleiche Gesicht mit den roten, dick angeschwollenen Augen so aus.

Keine Zeit darüber nachzudenken.

Mein Mann ist wach und ruft nach Taschentüchern – die liegen immer noch im Nachtschränkchen. Egal. Ich reiche ihm welche.

Er sieht immer noch sehr leidend aus, kann dann aber ins Wohnzimmer umgebettet werden.

Dankbar, dass ich nun nicht mehr Treppen steigen muss, bringe ich ihm eine heiße Zitrone. Er liegt, in Wolldecken eingepackt, auf dem Sofa und sieht sich eine Sportsendung an.

„Mutti? Wann gibt´s Mittag?“

Also wieder rein in die Küche, Hühnerbrühe für meinen Mann und Hühnersuppe mit Reis für meinen Kleinen.

Dann die Küche aufgeräumt, Spülmaschine eingeräumt, Orangensaft an die Meinen verteilt, Hühnersuppe….

Ich wache auf und weiß nicht, wo ich bin.

„Du machst aber auch Sachen“, höre ich die vorwurfsvolle Stimme meines Mannes von der Seite.

„Was ist passiert?“, frage ich erstaunt und blicke mich um. Es scheint, dass ich in einem Krankenhauszimmer liege.

„Grade haben sie gezeigt, wie Neuer einen Elfmeter gehalten hat, da höre ich aus der Küche ein lautes Scheppern. Du bist zusammengebrochen. Den Topf mit der Hühnersuppe hast Du fallengelassen. Ich hab sofort einen Krankenwagen gerufen, als ich Dich nicht wach bekommen hab. Der Arzt hier meinte, Du hättest einen Kreislaufzusammenbruch gehabt. Überanstrengung. Du hast einen schweren gippalen Infekt und hättest Dich schonen sollen. Warum hast Du nicht gesagt, dass es Dir nicht gut geht?“

„Das Du das nicht selbst gesehen hast…“ Meine Freundin kommt mit einem großen Blumenstrauß ins Zimmer und sieht meinen Mann vorwurfsvoll an. „Sie sah doch gestern schon aus, wie der Tod auf Urlaub.“

„Ich…“, stammelt mein Mann.

„Ist doch schon gut. Was macht Deine Erkältung?“, erkundige ich mich.
„Mir geht’s wieder gut. Fieber hab ich seit heute früh nicht mehr.“
Gott sei Dank. Dann hab ich jetzt Zeit mich zu erholen. Mir fallen die Augen zu.

Ende