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Eine Rose

 

Aus der Zeit (1905/06), in der Rainer-Maria Rilke als Privatsekretär von Auguste Rodin (1840-1917) in Paris arbeitete und eine Monographie über ihn schrieb,  gibt es diese klrine Geschichte zu erzählen:

Gemeinsam mit einer jungen Französin kam er um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin saß und um Geld bat.  Sie hielt sich immer am gleichen Ort auf und nahm die Almosen entgegen,  ohne auch nur einen Blick auf die Geber zu verschwenden. Rilke gab ihr nie etwas,  während seine Begleiterin der Frau öfters Geld gab. Als die Französin eines Tages fragte,  warum Rilke der Frau nie etwa gebe, erhielt sie zur Antwort,  daß man ihrem Herzen  und nicht ihrer Hand etwas schenken solle.
Einige Tage darauf brachte Rilke der Bettlerin eine schöne, frisch erblühte Rose und legte sie in die um Almosen bittende Hand. Da geschah etwas Unerwartetes: Die Bettlerin blickte zu dem Geber auf,  erhob sich mühsam vom Boden und ging mit der Rose davon. Eine Woche war die Bettlerin nicht mehr zu sehen.  Dann saß sie wieder wie zuvor an ihrem gewohnten Platz und wandte sich weder mit einem Blick  noch mit einem Wort an ihre Geber. Auf die Frage der Französin,  wovon die Frau während der Zeit, in der sie keine Almosen erhaltenhabe, gelebt habe, antwortete Rilke:
"Von der Rose!"

Rose