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Der größte Narr

 

gemailt von Bea

Der größte Narr

Es gibt eine alte Geschichte von einem König, der sich nach der Sitte der Zeit einen Hofnarren hielt. Diese Narren hatten das Recht, den Königen und Fürsten die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie bitter war. War sie zu bitter, dann hieß es einfach: "Er ist halt ein Narr!"
Eines Tages schenkte der König dem Narren einen silbernen Narrenstab mit goldenen Glöckchen daran und sagte: "Du bist gewiss der größte Narr, den es gibt. Solltest Du einmal einen treffen, der noch närrischer ist als du, dann gib ihm diesen Stab weiter."
Jahrelang trug der Narr diesen Stab - bis zu dem Tag, an dem er erfuhr: "Der König liegt im Sterben." Da hüpfte er ins Krankenzimmer und sagte: "König, ich höre, du willst eine große Reise antreten."
"Ich will nicht, ich muss!" erwiderte der König.
"Oh, du mußt? Gibt es also doch eine Macht, die noch über den Großen dieser Erde steht. Nun wohl! Aber du wirst sicher bald wieder zurückkommen?"
"Nein" ächzte der König, "Von dem Land, in das ich reise, kehrt man nicht zurück."
"Nun, nun" meinte der Narr begütigend, "gewiß hast du diese Reise seit langem vorbereitet. Ich denke, du hast dafür gesorgt, dass du in dem Land, von dem man nicht zurückkommt, königlich aufgenommen wirst."
Der König schüttelte den Kopf. "Das habe ich versäumt. Ich hatte nie Zeit, diese Reise vorzubereiten."
"Oh, dann hast du sicher nicht gewußt, dass du diese Reise einmal antreten mußt?"
"Gewußt habe ich es schon. Aber - wie gesagt - keine Zeit, mich um rechte Vorbereitungen zu kümmern."
Da legte der Narr leise seinen Stab auf das Bett des Königs und sagte: "Du hast mir befohlen, diesen Stab weiterzugeben an den, der noch närrischer ist als ich. König! Nimm den Stab! Du hast gewußt, daß du in die Ewigkeit mußt und daß man von da nicht zurückkommt. Und doch hast du nicht Sorge getragen, daß dir die ewigen Wohnungen geöffnet werden. König! Du bist der größte Narr!"

Verfasser unbekannt

 

gemailt von Michael Koschmieder, Berlin

Die Sorgenfabrik

Ein chinesischer Bauer ging die Straße entlang. Über seiner Schulter hielt er einen Stock. An diesem Stock hing ein Topf, der mit Suppe aus Sojabohnen gefüllt war. Plötzlich stolperte der alte Mann, der Topf fiel zu Boden und zerbrach.
Doch er ging unbeirrt weiter, verschwendete keinen Augenblick an den Zwischenfall. Ein anderer Passant, der das Missgeschick des Bauern beobachtet hatte, stürzte herbei und rief aufgeregt: "Hast du denn nicht mitbekommen, dass dein Topf zerbrochen ist?"
Der Alte ging ruhig weiter und sagte: "Doch, ich habe ihn runterfallen hören".
Der Passant schüttelte verständnislos seinen Kopf. "Und du hast dich noch nicht einmal umgedreht und etwas unternommen?"
Der Alte lächelte und schaute den betroffenen Passanten an: "Der Topf ist zerbrochen, die Suppe ist weg. Was soll ich dagegen unternehmen?"

Es gibt Menschen, die unterhalten eine Sorgenfabrik. Sie verstehen es, den hellen Tag dunkel zu machen. Sie grübeln über eine vergebene Chance, ärgern über vergossene Milch und kommen über ein Missgeschick nicht in Ruhe. Sie belasten sich, werden unglücklich und anfällig für alle möglichen Krankheiten.

Der alte chinesische Bauer kann uns zum Vorbild werden, zeigt er doch deutlich, dass wir unsere Sorgen hinter uns lassen können. Es lohnt sich nicht, auch nur einen Blick auf die zerbrochene Suppenschüssel zu werfen. Problemlos - das ist wörtlich zu verstehen - erreicht der Bauer sein Ziel.

Wie sieht die Straße ihres Lebens aus? Ist sie bedeckt mit zerbrochenen Schüsseln, mit angestaubten Problemen, über die wir wieder und immer wieder grübeln?

Verfasser unbekannt