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Augenblicke

 

alle geschrieben und gemailt von Petra Marie

Im Anfang war das Wort ...

... die Wortlosigkeit das Ende.

 

Augenblicke

Die glücklichsten
Augenblicke im Leben
sind wohl diejenigen,
in denen wir uns
an Momente erinnern,
von denen wir glauben,
dass sie
die glücklichsten
in unserem Leben
gewesen seien.

Die aufregendsten
Augenblicke im leben
sind wohl diejenigen,
in denen wir an Momente denken,
von denen wir glauben,
dass sie
die aufregendsten
in unserem Leben
werden könnten.

Die lebendigsten
Augenblicke im leben
sind aber diejenigen,
in denen wir uns
bewusst machen,
dass wir
sie gerade erleben,
jetzt,
hier,
in diesem Augenblick.

 

Begegnung

  Sie trafen sich
auf der Straße –
zufällig,
 
der eine so voll
von Hilfsbereitschaft,
dass sie ihn zur Last wurde,
weil er niemanden wusste,
dem er sich zuwenden konnte.
  der andere so leer
und verloren
in seiner Einsamkeit,
weil er niemanden wusste,
dem er sich zuwenden konnte.
  Sie sprachen
über das Wetter.
 

 

Das ist vollkommen ... Schade

Der Mensch perfektioniert

das Ohr, bis er das Gras wirklich wachsen hört.
Er entwickelt Verstärker oder züchtet lauteres Gras.
das Auge, bis er alles über-sieht.
Er entwickelt Tele-, Mikro- und Makroskope
für die Enden der Unendlichkeit.
die Hand, bis sie alles erreicht, alles berührt, alles ergreift.
Aber sie be-greift es nicht.
die Füße, bis sie ihn überallhin tragen, weiter, schneller, lautloser,
bis kaum noch Grund unter ihnen ist.
den Verstand, bis zur Weltanalyse,
bis zur Selbstanalyse,
bis zur Analyse der Analyse.
Die Leistungsfähigkeit, bis das für unmöglich Erachtete schon vor dem Erweis
als bereits überholt bewiesen wird.
den Menschen, bis die Gabe,
das Nichtsagbare,
das Nichtmachbare,
das Nichtfassbare
zu empfinden
und weiterzugeben

vollkommen

verloren

geht.

 

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Den Tag erobern,
als wäre er der erste,

den Tag genießen,
als wäre er der letzte,

denn
jeder Tag ist einmalig.

 

Zufriedenheit

ist das Erleben der Gegenwart
unter dem Blickwinkel,
als wären schon Jahre
darüber vergangen.

 

Du bist mir vertraut

Du bist mir vertraut.
In deiner Nähe werde ich ruhig,
in deiner Nähe fühle ich mich geborgen,
in deiner Nähe habe ich Mut
in deiner Nähe lebe ich auf.
Du bist mir vertraut.

Wie das wohl wäre,
wenn du mir heute
zum ersten Male
begegnen würdest ?
Das wäre aufregend, gewiss,
aber schade um die verpasste Zeit:

Du bist mir vertraut.

 

Dummheit

Dummheit
Erkennt man
am Besserwissen;
Denn:
wer besserweiß,
kann Grundlegendes

nicht erfahren.

 

EPIPHANIAS

Es ist wirklich geschehen
Pax Christi
In der Welt
Pax Christi
Heute wie damals
Auch hier
Noch
Immer
Angebot Gottes
Shalom – Segen und Heil

 

Erwachsen werden

Erwachsen werden heißt,
dem leeren Blatt
eine Überschrift
zu geben;

Erwachsen sein,
bei dem gewählten Thema
zu bleiben;

Reifen,
die Seiten in Einklang
zu bringen;

Weisheit,
ein Ergebnis
herauszuarbeiten,

das das Ganze
lesenswert
werden lässt.

 

Fehlschlag

Jeden Morgen
beschließe ich,
Geduld zu haben
    mit meinen Kindern,
    mit meinem Mann,
    mit meiner Mutter,
    mit meinen Schülern,
    mit der ganzen Welt.

Jeden Abend
stelle ich fest:
Es ist mir nicht gelungen
    mit meinen Kindern,
    mit meinem Mann,
    mit meiner Mutter,
    mit meinen Schülern,
    mit der ganzen Welt.

Wahrscheinlich
habe ich
jemanden vergessen,
mit dem ich
Geduld
ü b e n
muss:
        m i c h.

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Gottesbilder, Gotteserfahrungen
sind
mikroskopische Momentaufnahmen
eines
unendlichen
dynamischen
Prozesses.

 

Groß sind sie geworden

Ist es schon so lange her ?
Ich kann es kaum glauben.
Die winzigen Finger,
die Suchmäulchen,
die Samtbäckchen,
das glucksende Lachen,
Entenfüttern und Ballspielen,
hinfallen und trösten lassen.
Unsere beiden –

Ist es wirklich schon so lange her ?
Masern und Schularbeiten,
Weihnachtskekse verzieren,
Tanzstunde und Liebeskummer,
Diskussionen und sich zurückziehen,
Abitur, Führerschein und Zivildienst.
Unsere beiden –

Groß sind sie geworden,
fleißig, verantwortungsvoll,
hilfsbereit, liebevoll, aufrichtig.
Groß sind sie geworden,
selbständig, erwachsen.
Groß sind sie.
Man kann sich auf sie verlassen
- in jeder Beziehung - .
Unsere vier –

Und jetzt sind sie wieder da:
die winzigen Finger,
das Suchmäulchen,
die Samtbäckchen -
Das Liebhaben vervielfältigt sich.

Gott sei Dank.

 

H I M M E L

Der Himmel in mir
und der Himmel in dir –
ist das derselbe ?

Der Himmel in dir
und der Himmel in mir –
umschließt er uns beide ?

Der Himmel um uns,
der dich und mich füllt
und auch ihn und es und sie,
der wirkt und birgt,
der durchflutet und wächst –
der öffnet,
und
alles
wird einer und eins.

 

 

I N I T I A T I V E

INITIATIVE
heißt:

Ich
    nicht: man müsste mal
Ja
    nicht: vielleicht
Jetzt erst recht
    nicht: mal sehen
Dennoch
    nicht: was soll’s
Anstrengung
Selbstüberwindung
    nicht: keine lust
„action“
    nicht: null bock
Handeln
Den ersten Schritt tun
Den Stein ins Rollen bringen
    nicht: warten, ob vielleicht
    doch ein anderer ...
Die Hand als erster reichen
    nicht: wie komm‘ ich denn dazu

Ohne INITIATIVE
hätte die SCHÖPFUNG nicht stattgefunden !

 

Kontrastprogramm

Man sollte
aufgeschlossener sein
und die Nachbarschaft pflegen,
sagte sie,
warf einen Blick nach draußen
und ließ die Jalousie herunter.

Man sollte
viel natürlicher leben,
sagte er
und achtete darauf,
beim Jäten kein Un-Kraut zu übersehen.

Man sollte
zeitiger schlafen gehen,
schrieb ich
nachts um halb zwei auf meinen Notizblock.

Man sollte
einfach netter sein;
dabei war ich
sogar auf mich selbst sauer.

Man sollte
sich bescheiden lernen,
sagtest du
und kauftest dabei
die Großpackung als Super-Sonderangebot.

Man sollte,
jeder wollte,
wenn er könnte –
oder könnte,
wenn er wollte ?

Aber
dann müssten
wir
etwas tun
gegen unsere
chronische Konjunktivitis.

 

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Die Lebensmitte ist erreicht,
wenn die Zwischenbilanz ergibt,
dass
man bereits
etwas Bleibendes
zu hinterlassen hat;
    das noch zu Schaffende
    sich immer klarer
    abzuzeichnen
    beginnt.

 

Musik

Kleine schwarze Pünktchen mit Hals
zwischen Linien gestreut –
eine glänzende Scheibe in der Hand,
schon lange nicht mehr gehört ...

Ich öffne meine Ohren,
Musik strömt herein,
besetzt meine Gedanken,
Klänge rufen Bilder hervor;
ein Hauch von Unendlichkeit
berührt mich –
ich löse mich auf,
werde Resonanz.

Dann ist es still –
Erst außen,
dann innen –
aber die Harmonien
sind mir geblieben.

 

Schultüten-Countdown

1...2...3...4...5...6..........Absch uss
6...5...4...3...2...1..........numerus clausus

Die Persönlichkeit
bleibt
als ausgebrannte Energiereserve
auf der Strecke.
Wie wär’s
mit „recycling“ ?

 

Ungebaute Brücken

Komm, ich zeig‘ dir ganz ‚was Tolles,
komm, ich hab‘ es selbst entdeckt !

    Warum hast du mich geweckt ?

Komm, ich zeig‘ dir ein Geheimnis,
komm, ich weihe dich mit ein !

    Sag mal, musst du so laut schrei’n ?

Komm, ich zeige dir, was Spaß macht,
komm, mach mit, nicht nachher, nun !

    Siehst du nicht, ich hab‘ zu tun !

    . . . . .

    Hör mal, Kind, versteh mich bitte –
    Kind, du hörst ja gar nicht zu !

Lass mich in Ruh‘!

 

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Vom Hören-Sagen
übers Hören und Sagen
zum Hören,
was der andere
zu sagen hat.

 

Wanderung

Sich treffen,
sich besprechen,
planen, vorbereiten,
sich auf den Weg machen –

Nebeneinander
Hand in Hand schweigen,
hintereinander
nicht aus den Augen verlieren,
hineinhorchen,
heraussprechen,
sich anschauen,
sich umschauen –

sich voranbringen,
anhalten, innehalten,
lospreschen, rasten –

sich einigen,
auf dem Weg bleiben,
bewusst geniessen,
verzagen und kämpfen,
erobern,
loslassen -

und
gemeinsam ankommen.

 

Wegweiser

sich öffnen wie Maria
ja sagen wie Josef
ganz still halten wie die Tiere
jubeln wie die Engel
 
staunen wie die Hirten
dem licht unbeirrbar folgen   wie die Weisen
 
ankommen wie Hanna
be-greifen wie Simeon
 
neugierig sein wie Zachäus
feiern wie die Hochzeiter
nicht loslassen wie die Syrophönizierin
vertrauen wie der Hauptmann
angenommen werden wie die Ehebrecherin
lieben wie die salbende Sünderin
kämpfen wie die Witwe
das wesentliche erkennen wie Martas Schwester
 
begleiten wie die zwölf
vorpreschen wie Petrus
anhängen wie Johannes
zweifeln wie Thomas
das kreuz tragen wie Simon von Kyrene
sich finden lassen wie die Emmausjünger
erfasst werden wie Saulus
unermüdlich sein wie Paulus
still sein wie die Wüste
bezeugen wie die vier
 
stark sein wie ich
schwach sein wie ich
 
auferstehen mit Jesus

 

 

Weihnachtswunder

Sie
war vielleicht
16 Jahre alt
Sie
wusste von nichts
Sie
war für alles empfänglich
Sie
war ver-wundert
Sie
sagte Ja und Amen

Er
wurde überfallen
aus heiterem Himmel
Er
war wohl wissend
was auf ihn zukam
Er
stand dazu
Er
war ver-wundert
Er
sagte Ja und Amen

ES
war so hilflos
ES
war so wehrlos
ES
lieferte sich aus
ES
war das Wunder
ES
sagte Ja und Amen

ES
sucht mich
um
auch in mir geboren zu werden
das Weihnachtswunder

Ich
will bereit sein
mich finden zu lassen
es zuzulassen in mir
das Weihnachtswunder

Ja und Amen.

 

Wertelos

Wer sich
von seinen Werten
lossagt,
muss sich
nicht wundern,
wenn man
ihn
für wertlos
erachtet.

 

Zukunft

heißt die Frucht
des Baumes,
der vom Licht
der Gegenwart lebt,
wenn er
im Humus
der Vergangenheit
wurzelt.


Weil die Schöpfung
etwas Göttliches ist,
ist der Gärtner
eine Hebamme Gottes
und jede Frühlingsblüte
ein erstes Lächeln
seiner Kinder.

 

Zwiegespräch

(als meine Mutter starb)

Meine Wörter
sind weg –
Die Zeit
franst aus –
Grenzen zerfließen –
Ich stürze
Durch zeiten und Räume.
Erinnerungen –
blitzen auf
und verlöschen,
wenn ich danach greife.
Die Welt
kommt nicht mehr bei mir an.
 
Aber deine Stimme kommt an,
tut mir gut,
auch wenn deine Worte
allein bleiben
und sinnlos
im Raum stehen,
auch wenn deine Panik
sich hinter
gequälten Plaudereien
versteckt:
Du täuschst mich nicht.
 
Und meine Angst
spiegelt sich
in deinem Gesicht.
Ich suche mein Du
in dir,
aber du
erkennst mein Selbst
nicht mehr in mir.
Darum fliehst du,
je mehr du dich näherst.
 
Schau mir nicht
ins leerer werdende Gesicht,
in die haltlosen Augen,
auf die irrenden Hände,
den Mund,
von dem du
verlorene Wörter aufliest;
das Mosaik,
das du daraus bauen willst,
bleibt ein Zerrbild.
 
Wo bleibt deine Hand ?
Lautlose Schreie –
deine und meine –
zerreißen,
tun weh
dir und mir.
 
Gib mir deine wärmende Hand,
halt mich fest,
ich vergehe –
und horche in dich hinein,
wo meine Seele die deine
noch einmal in Liebe umhüllt,
bevor sie
den Weg nach Hause findet.
 

 

Makarismen-Rap nach Matthäus 5, 3-12

Außer dir vor Freude bist du, selbst wenn du im Geist verarmt,
weil auch dann du sicher sein kannst, Christus deiner sich erbarmt.

Außer dir vor Freude bist du, selbst wenn Leid unendlich ist,
weil auch dann du sicher sein kannst, mit Christus nie allein du bist.

Außer dir vor Freude bist du, wenn du handelst sanften Mutes,
weil du dann ganz sicher sein kannst, dass erwächst daraus nur Gutes.

Außer dir vor Freude, selbst wenn siegt die Ungerechtigkeit,
weil auch dann du sicher sein kannst, Christus steht an deiner Seit‘.

Außer dir vor Freude, wenn Barmherzigkeit dein Handeln lehrt,
weil du dann ganz sicher sein kannst, dass auch dir sie widerfährt.

Außer dir vor Freude bist du, wenn dein Herz es ehrlich meint,
weil du dann ganz sicher sein kannst, dass mit Christus du vereint.

Außer dir vor Freude bist du, wenn du dich um Frieden quälst,
weil du dann ganz sicher sein kannst, du zu Christi Freunden zählst.

Außer dir vor Freude bist du, selbst wenn jemand dich bedroht,
weil auch dann du sicher sein kannst, Christus hilft in deiner Not.

Außer dir vor Freude bist du, selbst wenn keiner dich versteht,
weil auch dann du sicher sein kannst, Jesus Christus mit dir geht.

Außer dir vor Freude bist du, selbst wenn du verzweifelt bist,
weil auch dann du sicher sein kannst, Christus dir stets nahe ist.

Außer dir vor Freude bist du, selbst wenn Angst die Kehle schnürt,
weil auch dann du sicher sein kannst, dass dein Weg zum Himmel führt.

Freu‘ dich also deines Lebens, singe, dass man’s hören kann,
denn du freust dich nicht vergebens, der Himmel steht dir offen dann.

 

Neutextung Ps. 23

Herr, du mein Gott in Jesus Christus,
du bist mein Schutz und meine Geborgenheit.
Du bist das Fundament meines Lebens,
und du stillst meine Bedürfnisse.
Du gibst mir,
was ich für jeden Tag meines Lebens brauche.
Du gibst mir Kraft,
und du befreist meine Seele, machst sie froh und leicht.
Du bist mir Wegweiser und Begleiter auf meinem Weg
um deiner Liebe willen.
Und wenn alles über mir zusammenzustürzen drohte,
wenn keine Hoffnung mehr am Horizont schimmerte –
ich brauche nicht zu verzweifeln,
denn du bist bei mir
und gibst mir Trost und Halt.
Und wenn sich die ganze Welt gegen mich verschworen hätte,
so stehst du in aller Öffentlichkeit zu mir.
Du lässt mich nicht fallen,
sondern alle Welt kann sehen,
wie du im Überfluss für mich sorgst.
Du trägst meine Angst und meine Schmerzen,
du segnest mich
und machst mich dir ebenbürtig.
Gutes und Barmherzigkeit wird ich erfahren
mein Leben lang,
und ich werde bleiben in deiner Geborgenheit
über alle Zeiten hinaus.

 


 

Petra Marie Heidemann, geb. 1951 in Hannover, Kind schlesischer Flüchtlinge, wohnhaft in Meppen, im Emsland.
Lehrer an den Berufsbildenden Schulen. Studium der Germanistik und Biologie und vor einen Jahren - nur so - Ev. Theologie. Prädikantin in der heimatlichen Kirchgemeinde.
Petra Marie Heidemann

 

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